Skip to content

Altersvorsorge: Möglichkeiten für einen abgesicherten Lebensabend

Du machst dir Gedanken über deine finanzielle Absicherung im Alter? Unser Ratgeber gibt dir einen Überblick über die Möglichkeiten der privaten Alters...

Wie kann ich am besten fürs Alter vorsorgen?

Freust du dich auch über dein Gehalt oder deine Einkünfte als Freelancer? Und hast du dir auch schon Gedanken über deine finanzielle Absicherung im Alter gemacht? Wenn nicht, solltest du dich spätestens jetzt mit dem Thema auseinandersetzen. Schließlich möchtest du im Alter nicht durch eine zu kleine oder keine Rente von Altersarmut bedroht sein. Wir zeigen dir, welche privaten Altersvorsorge-Möglichkeiten es gibt. 

Die drei Säulen der Altersvorsorge

In Deutschland wird von den „drei Säulen der Altersvorsorge“ gesprochen. Sie sollen sicherstellen, dass jeder Bürger im Rentenalter gut versorgt ist und seinen Lebensstandard halten kann.

  • Die gesetzliche Rentenversicherung: Die staatliche Rente ist eine Pflichtversicherung, in welche alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einzahlen müssen. Diese Möglichkeit der Altersvorsorge basiert auf dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die späteren Rentenzahlungen über die Beiträge der Beschäftigten bezahlt werden. Die staatliche Rente ist in ihrer Grundform schon sehr alt. Sie wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt. Ziel ist es bis heute, den Lebensabend der arbeitenden Menschen finanziell abzusichern. Warum die gesetzliche Rente als Altersvorsorge heute allerdings nicht mehr ausreicht, erfährst du im nächsten Kapitel.
  • Die betriebliche Altersvorsorge (bAV): Jeder sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer hat ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge. Die Beiträge für diese Variante der Altersversorgung werden direkt über das Gehalt finanziert. Der Arbeitgeber kann Vorschläge für die bAV machen, wie zum Beispiel eine Direktversicherung oder einen betrieblichen Pensionsfonds. Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer mit Zuschüssen zur bAV unterstützen.  
  • Die private Altersvorsorge: Diese Altersvorsorge-Möglichkeit ist sehr vielfältig und kann somit individuell an die eigenen Anforderungen an die Altersabsicherung angepasst werden. Du kannst zum Beispiel eine private Rentenversicherung abschließen, in Aktien investieren oder fürs Alter sparen. Mit der Rürup- und Riester-Rente gibt es auch staatlich geförderte private Altersvorsorge.

Die gesetzliche Rente und warum private Altersvorsorge wichtig ist

Die gesetzliche Rente war einst als alleinige Altersabsicherung für die arbeitende Bevölkerung gedacht. Lange Zeit reichte diese staatliche Altersvorsorge auch aus, um den Lebensstandard im Rentenalter zu halten. Doch die Realität sieht heute anders aus. 

Es droht auch denjenigen eine Versorgungslücke im Alter, die 45 Jahre lang die vollen Beiträge in die gesetzliche Rente einzahlen. Denn bei maximal erreichten Beitragsjahren liegt das Rentenniveau bei 48 %. Das bedeutet, dass du in diesem Fall lediglich 48 % deines letzten Lohns vor Steuern als Rente ausgezahlt bekommst. 

Bei einem letzten Bruttolohn von 3.000 Euro würdest du lediglich 1.440 Euro an gesetzlicher Rente bekommen. Die Rentenlücke beträgt dann 1.560 Euro. Diese Lücke kannst du nur mit der privaten Altersvorsorge schließen. Wenn du dann noch berücksichtigst, dass das Rentenniveau im Jahr 2045 auf circa 43 % sinken soll, wird die gesetzliche Rente noch niedriger ausfallen. 

Wir haben bisher nur über die Möglichkeiten der Altersvorsorge von gesetzlich Versicherten gesprochen. Selbstständige müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern. Bist du selbständig, ist die private Altersvorsorge Pflicht, wenn du Altersarmut vermeiden willst.  

Die betriebliche Altersvorsorge: Möglichkeiten für Arbeitnehmer

Die betriebliche Altersvorsorge bietet Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine Zusatzrente zur gesetzlichen Rente aufzubauen. Seit 2019 sind Arbeitgeber verpflichtet, einer Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersvorsorge zuzustimmen. Entgeltumwandlung bedeutet in diesem Fall, dass ein Teil des Bruttoeinkommens direkt in eine betriebliche Altersversorgung fließt. 

Group 32Created with Sketch.

Arbeitnehmer haben klassischerweise fünf Möglichkeiten („Durchführungswege“) der betrieblichen Altersvorsorge:

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Direktzusage: Bei dieser Variante legt der Arbeitgeber selbst Geld für den Arbeitnehmer an. Das Geld bekommt der Arbeitnehmer im Rentenalter ausgezahlt.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Unterstützungskasse: Hier zahlt der Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung in eine vom Arbeitgeber beauftragten Versorgungseinrichtung ein. Diese zahlt im Rentenalter eine Rente an den Arbeitnehmer aus.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Pensionsfonds: Hierbei handelt es sich um private Versorgungseinrichtungen, in welche der Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung einzahlt und der Arbeitgeber Zuschüsse einzahlen kann.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Direktversicherung: Bei diesem Durchführungsweg der bAV schließen Arbeitgeber für den Arbeitnehmer eine Lebensversicherung ab, die im Rentenalter ausgezahlt wird.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Pensionskasse: Ähnlich wie bei der Direktversicherung wird hier eine Lebensversicherung abgeschlossen. Sie wird aber von einer dem Unternehmen angegliederten Pensionskasse ausgezahlt. 

Grundsätzlich ist eine bAV immer sinnvoll, um die Versorgungslücke der gesetzlichen Rente zu verringern. 

Die Vorteile der bAV:

  • Die Rentenzahlung erfolgt immer lebenslang.
  • Die bAV kann bei einem Arbeitgeberwechsel weitergeführt werden.
  • Bei Arbeitslosigkeit werden die Rücklagen der bAV nicht berücksichtigt.
  • Steuern müssen erst bei Rentenzahlung bezahlt werden.
  • Arbeitnehmer senken durch Entgeltumwandlung ihren Bruttolohn und somit die Steuerlast.

Ein Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge ist die nachgelagerte Besteuerung. Sie kann die Zusatzrente im Alter deutlich reduzieren. Grundsätzlich gilt: Je mehr der Arbeitgeber zur bAV beisteuert, desto mehr lohnt sich diese Möglichkeit der Altersvorsorge.

icon / infoCreated with Sketch.

 

Die betriebliche Altersvorsorge ist für alle Arbeitnehmer sinnvoll, wenn es sich dabei um eine Direktzusage handelt. Denn in diesem Fall bezahlen Arbeitnehmer keinen Cent für die zusätzliche Altersabsicherung. Erst im Alter müssen Steuern und Sozialversicherung dafür gezahlt werden.

Staatlich geförderte Altersvorsorge: Möglichkeiten mit Riester und Rürup

Staatlich geförderte Möglichkeiten der Altersvorsorge sind mit der sogenannten „Riester“- oder „Rürup“-Rente möglich. In beiden Fällen profitieren Versicherungsnehmer von staatlicher Förderung durch Zulagen oder Steuererleichterungen.

  • Riester-Rente: Eine Riester-Rente kann jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte oder Minijobber abschließen. Für jedes Versicherungsjahr erhält der Versicherte 175 Euro Grundzulage und pro Kind abhängig vom Geburtsjahr 185 oder 300 Euro pro Jahr Kinderzulage. Die Kinderzulage gibt es nur so lange, wie Erziehungsberechtigte Kindergeld erhalten. Berufseinsteiger erhalten mit der Riester-Rente einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro. 

Voraussetzung für die vollen Zulagen ist, dass Versicherte mindestens vier Prozent Ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen. Um überhaupt eine Zulage zu erhalten, müssen Versicherte mindestens 60 Euro pro Jahr in den Vertrag einzahlen.

bulbCreated with Sketch.

Geeignet ist die Riester-Rente vor allem für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und mehreren Kindern, aber auch für gut verdienende Singles.

  • Rürup-Rente: Die Rürup-Rente ist für Selbständige zur privaten Altersvorsorge gedacht. Der große Vorteil dieser privaten Altersvorsorge-Möglichkeit besteht darin, dass 2019 bis zu 88 % der eingezahlten Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können. Dieser Satz wird bis 2025 auf 100 % erhöht. Bist du also selbständig, kannst du maximal 24.305 Euro deiner Beiträge für die Rürup-Rente von deinen jährlichen Einkünften abziehen und sparst dadurch Steuern. Nachteilig ist, dass du die Rürup-Rente nach Renteneintritt ab 2040 voll versteuern musst.  
Group 32Created with Sketch.

Alternative Möglichkeiten der Altersvorsorge

Neben den klassischen Wegen der privaten Altersvorsorge gibt es noch weitere Möglichkeiten, die wir dir hier zeigen.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    ETF-Sparplan (engl.: Exchange Traded Fund): Hierbei handelt es sich um Indexfonds, welche einen Index, mehrere Aktien oder Fonds abbilden. Du kannst in diese Fonds über Fondssparpläne oder direkt über ein Depot einer Bank investieren. Der Vorteil eines ETF-Sparplans besteht darin, dass Sparer nicht in einzelne Aktien investieren, sondern in einen Index. Dadurch sinkt das Verlustrisiko. Allerdings bieten ETFs auch im Vergleich zu anderen Altersvorsorge-Möglichkeiten eine niedrige Rendite. Da du für die Altersvorsorge jedoch in Jahrzehnten rechnest, können schon drei Prozent Rendite lohnenswert sein.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Immobilien: Durch die niedrigen Bauzinsen werden Immobilien auch für jüngere Leute als Geldanlage fürs Alter interessant. Nachteilig ist, dass niemand vorhersagen kann, wie sich die Immobilienpreise entwickeln. Sinkt die Nachfrage, sinken auch die Preise und im schlimmsten Fall bekommst du später weniger Geld für dein Haus als du bezahlt hast. Vorteil bei selbstgenutzten Immobilien ist, dass du im Alter keine Miete bezahlen musst. Trotzdem fallen natürlich laufende Kosten für den Unterhalt der Immobilie an, welche du bei deiner Kalkulation mitbedenken solltest. 

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Aktien: Eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge stellen Aktien dar. Hier ist es wichtig, dass du ein möglichst breit gestreutes Portfolio anlegst und dich nicht nur auf eine Branche oder eine Handvoll Aktien konzentrierst. Der Aktienmarkt ist immer in Bewegung, deshalb ist das Risiko von Verlusten auch höher. Wichtig ist deshalb ein langfristiges Investment anzustreben, um potentielle Verluste im Laufe der Jahre kompensieren zu können. Du solltest Aktien nicht als alleinige Altersabsicherung nutzen. 

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    private Rentenversicherung: Bei einer privaten Rentenversicherung zahlst du für eine bestimmte Laufzeit in einen Rentenvertrag ein. Zum gewünschten Zeitpunkt wird das Kapital dann als Einmalzahlung oder in Form einer lebenslangen Rente an dich ausgezahlt. Der Vorteil ist, dass du einen größeren Einfluss darauf nehmen kannst, wie hoch deine Zusatzrente ausfallen soll. Je nach Anbieter kannst du beispielsweise zwischen niedrigeren oder höheren Risikoklassen wählen und so Einfluss auf die Höhe der voraussichtlichen Rente nehmen.

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Lebensversicherung: Lange Zeit war die kapitalbildende Lebensversicherung eine attraktive Variante für die private Altersvorsorge. Diese setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: einer Risiko-Lebensversicherung sowie einem langfristigen Sparplan. Hierbei sollen somit die beiden Komponenten Altersvorsorge und die Absicherung von Angehörigen kombiniert werden. Allerdings sind die Zinsen für das angelegte Kapital mittlerweile so niedrig, dass sich die Kapitallebensversicherung heute kaum mehr lohnt. 

  • Group 32 Copy 2Created with Sketch.

    Sparbuch: Das Sparbuch ist ein Klassiker für die Geldanlage. Doch aufgrund der niedrigen Zinsen ist das Sparbuch als Möglichkeit zur Altersvorsorge eher ungeeignet, um langfristig Vermögen aufzubauen. Die Inflation ist meist höher als die Zinsen, die du bekommst. 

Fazit: Nutze nicht nur eine Form der Altersvorsorge 

Fakt ist: Die gesetzliche Rente wird nicht für die Finanzierung eines angenehmen Lebensabends ausreichen. Bist du selbstständig, solltest du unbedingt vorsorgen und dich um eine private Altersvorsorge kümmern. Wie du diese aufbaust, hängt von deinen Einkünften, deinen Ansprüchen und deinen Lebensumständen ab. So lohnt sich das „Riestern“ zum Beispiel besonders, wenn du Kinder hast. Bist du selbständig, kann die Rürup-Rente eine tolle Ergänzung sein. Mit Prosperity findest du ganz einfach zu deiner individuellen Altersvorsorge. Probiere doch gleich einmal unsere App aus!

Rentenlücke berechnen
Meistgelesene Artikel
Mann bei der Arbeit - Wie spreche ich meinen Arbeitgeber auf die betriebliche Altersvorsorge Pflicht an

Ist die betriebliche Altersvorsorge Pflicht für Arbeitgeber?

|Lesezeit 7 MIN
Eine Gruppe Rentner beim Schach - Rentensystem - Wie funktioniert es und warum funktioniert es nicht

Das Rentensystem: Wie es funktioniert und vor welche Herausforderungen es uns stellt

|Lesezeit 4 MIN
Mutter mit Kindern am Laptop - Wie kann ich die Mütterrente berechnen

Mütterrente berechnen – wer hat Anspruch darauf und wie hoch ist er?

|Lesezeit 5 MIN
Mann am Laptop, der sich über Börsenkurse informiert - ETF als Altersvorsorge - Sicherheit im Ruhestand

ETF als Altersvorsorge

|Lesezeit 6 MIN
Social Media
Folge uns auf Instagram und Facebook und bleibe am Puls des Geschehens!