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Mütterrente berechnen – wer hat Anspruch darauf und wie hoch ist er?

|Lesezeit 5 MIN

Zusätzliche Rentenpunkte dank der Mütterrente

Mit der 2014 eingeführten Mütterrente erhalten Mütter im Rentenalter zusätzliches Geld. 2019 wurde die Regelung nochmals optimiert. Sie gilt seither auch rückwirkend für alle Mütter und Väter mit Erziehungszeiten von Kindern, die vor 1992 geboren wurden. Hier erfährst du alles Wichtige rund um das Thema und wie sich die Mütterrente berechnen lässt. 

Was ist die Mütterrente?

Die Mütterrente ist eine aus der staatlichen Rentenkasse gezahlte Altersrente. Sie soll kompensieren, dass Mütter oder Väter durch die Kindererziehung weniger arbeiten und somit weniger in die Rentenkasse einzahlen konnten. 

Rechtsgrundlage für die Mütterrente bildet das Sozialgesetzbuch VI. 

Für die Rentenansprüche aus der Mütterrente berücksichtigt der Gesetzgeber die sogenannten „Kindererziehungszeiten“. Dabei handelt es sich laut SGB VI um die ersten drei Lebensjahre des Kindes.

Für die Kindererziehungszeit erhält der „Hauptbeziehungsberechtigte“ dann nicht direkt Geld, sondern Rentenpunkte. So werden diese verteilt:

  • für jedes Kind, das ab dem 1.1.1992 geboren wurde: 3 Rentenpunkte
  • für jedes Kind, das vor dem 1.1.1992 geboren wurde: 2,5 Rentenpunkte

Wenn du also überwiegend für die Erziehung deines Kindes in den ersten drei Lebensjahren zuständig warst, kannst du deine gesetzliche Rente um 3 Rentenpunkte pro Kind aufstocken. Die Rentenpunkte werden später anhand eines festen Faktors in Euro umgerechnet. Wie viele Rentenpunkte du bisher gesammelt hast, siehst du auf der Mitteilung der Rentenversicherung, die du regelmäßig erhältst.

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Gilt die Mütterrente auch für Väter?

Die Mütterrente gilt für das Elternteil, welches Kind überwiegend erzogen hat. Die Eltern können sich festlegen, wem die Rente zugeordnet wird. Somit können auch Väter Mütterrente beantragen. Möglich ist die Anrechnung der Erziehungszeit übrigens auch für Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern. 

Vor- und Nachteile der Mütterrente

Der große Vorteil der Mütterrente besteht darin, dass sie Mütter im Alter ein wenig entlasten kann. Nachteilig ist, dass das Geld der Mütterrente nicht ausreichen wird, um eine Versorgungslücke im Alter zu schließen. Denn in der Praxis ist es meist so, dass ein Elternteil sich auch über die drei ersten Jahre hinaus beruflich einschränkt, damit er oder sie sich verstärkt um die Kinder kümmern kann. Diese „Teilzeitfalle“ wird durch die Mütterrente nicht ausgeglichen. 

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Anpassung der Rentenpunkte in der Mütterrente

Nach der Einführung der Mütterrente 2014 erhielten Mütter oder Väter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, zwei Rentenpunkte pro Kind. Nach der Überarbeitung der Mütterrente 2019 erhalten Mütter/Väter nun 2,5 Rentenpunkte pro Kind, das vor dem 01.01.1992 geboren wurde. 

Mütterrente beantragen – Voraussetzungen

Die Mütterrente muss nicht im eigentlichen Sinn „beantragt“ werden. Vielmehr müssen die Kindererziehungszeiten im Rentenkonto vermerkt sein. Zu diesem Zweck muss das Elternteil oder der Erziehungsberechtigte, der sich überwiegend in den ersten drei Lebensjahre um das Kind gekümmert hat, die Eintragung der Zeiten beim Rentenversicherungsträger beantragen.

Erst, wenn diese Zeiten im Rentenkonto eingetragen wurden, hast du einen Anspruch auf Mütterrente und erhältst die entsprechenden Rentenpunkte pro Kind. 

Übrigens: Es lohnt sich, den Verlauf deiner Rentenversicherung regelmäßig zu kontrollieren. Denn auch Zeiten wie Schwangerschaft, Elternzeit oder Ausbildung können auf die Rentenpunkte angerechnet werden. 

Mütterrente berechnen – Welche Faktoren sind wichtig?

Um die Mütterrente zu berechnen, spielen nur zwei Faktoren eine Rolle: Wie viele Kinder hast du und wann sind sie geboren?

Beispiele: Wie kann ich die Mütterrente berechnen?

Anhand der folgenden Beispiele zeigen wir dir, wie du die Mütterrente berechnen kannst. Für die Umrechnung der Rentenpunkte in Euro verwenden wir den Wert von 2018. In diesem Jahr entsprach ein Rentenpunkt im Westen 33,05 Euro, im Osten 31,89 Euro.

Beispiel 1: Du lebst in Leipzig und hast dich als Mutter um die Kindererziehung von zwei Kindern gekümmert. Dein Sohn wurde 1990 geboren, deine Tochter 1995. 

Du erhältst also insgesamt 5,5 Rentenpunkte für die Kindererziehung.

Dadurch erhöht sich deine Rente im Alter um 175,39 Euro an Mütterrente. 

Beispiel 2: Du lebst in München und hast dich als Vater überwiegend um die Kindererziehung deines 2005 geborenen Sohnes gekümmert. Du bekommst dafür 3 Rentenpunkte.

Im Ruhestand bekommst du auch als Vater dann 99,15 Euro zusätzlich an „Mütterrente“. 

Warum die Altersvorsorge gerade für Frauen wichtig ist

Unabhängig von der Mütterrente ist Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig. Denn auch wenn sich bei der Gleichberechtigung in den letzten Jahrzehnten einiges getan hat, sind vor allem Mütter bei der Rente immer noch im Nachteil. Das liegt daran, dass sie sich mehrheitlich um die Kinder in den ersten drei Lebensjahren kümmern. In dieser Zeit arbeiten sie meist gar nicht oder nur in Teilzeit. Durch das geringere Einkommen sinken entsprechend auch die Rentenansprüche. Wenn Mütter mehrere Kinder haben, steigt die Ausfallzeit im Beruf und der Rentenanspruch sinkt noch stärker. 

Da auch die Mütterrente nicht ausreicht, um die Versorgungslücke zu schließen, sollten sich vor allem Frauen um eine sinnvolle, private Altersvorsorge kümmern. 

Hinzu kommt, dass Frauen durch den immer noch bestehenden Gender-Pay-Gap in gleichen Positionen weniger verdienen als Männer, somit ist eine private Altersvorsorge auch vor diesem Hintergrund wichtig. 

Fazit: Mütterrente ist gut, reicht aber nicht aus

Auch wenn die Mütterrente erst einmal eine gute Sache ist, solltest du dich vor allem als Frau um eine eigene, private Altersvorsorge kümmern. Hierfür stehen dir viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Je früher du damit anfängst, desto besser. Es hilft schon viel, wenn du monatlich einen kleinen Betrag für die Altersvorsorge zurücklegst. Wichtig ist, dass du es regelmäßig tust.  Probiere doch mit unserem Rechner aus, wie du am bestens fürs Alter vorsorgen kannst.

Rentenlücke berechnen
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