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Zinseszinseffekt: So nutzt du ihn für deine Altersvorsorge

|Lesezeit 5 MIN

Finanzielle Freiheit im Alter durch den Zinseszinseffekt

Früh an die eigene Altersvorsorge zu denken ist gut. Hast du dabei mal über den Zinseszinseffekt nachgedacht? Und welche Auswirkungen dieser auf deine Altersvorsorge haben kann? Unser Artikel liefert dir genau hierzu viele interessante Informationen zum Zinseszinseffekt und wie dieser deinen Vermögensaufbau unterstützt.

Hättest du gedacht, dass sich allein durch den Zinseszinseffekt dein Erspartes nach einigen Jahren vervielfachen kann? Wie zum Beispiel aus 10.000 Euro Vermögen über 60.000 Euro werden. Das klingt erstmal gewaltig. In diesem Artikel erklären wir, wie so etwas möglich ist.

Was ist der Zinseszins?

Zunächst gilt es zu verstehen, was genau der Zinseszins ist. Wie im Begriff schon enthalten, handelt es sich bei diesem um einen Zins auf einen Zins. Genauer gesagt: Es handelt sich um den Zins, auf den bereits gut geschriebenen Zins aus einer vorherigen Anlageperiode. Genau diese Vergrößerung des angelegten Kapitals durch eine Zinsgutschrift führt also zum Zinseszins.

Ein Beispiel:

Ein Sparbuch wird mit 10 % pro Jahr verzinst. Es werden 1.000 Euro angelegt. Nach einem Jahr erhält der Sparer 100 Euro Zinsen. Die erhaltenen Zinsen werden nun mit angelegt. Im darauffolgenden Jahr erhält der Sparer nun 110 Euro an Zinsen (1.100 Euro * 10 %). 

Da die Zinsen aus dem Vorjahr mit angelegt wurden, erhält der Sparer nämlich 10 % Zinsen auf das ursprüngliche Kapital von 1.000 Euro plus 10 % Zins auf die Zinsen des Vorjahres (hier hatte der Sparer 100 Euro bekommen). Somit sind die zusätzlichen 10 Euro an Zinsertrag der sogenannte Zinseszins.

Unterschiede zwischen Zins und Zinseszins 

Das vorangegangene Beispiel macht die Unterschiede zwischen dem „einfachen“ Zins und dem Zinseszins deutlich. Beim Zins verhält es sich so, dass dieser – in der Regel – für einen gleichbleibenden Betrag gezahlt wird. Werden also die erhaltenen Zinsen während der Laufzeit einer Geldanlage nicht mit angelegt, erhält der Sparer bei gleichbleibendem Zinssatz immer denselben Betrag. Im oben aufgeführten Beispiel wären das immer 100 Euro Zinsen pro Jahr, auch in den darauffolgenden Jahren. Die Steigerung der Zinszahlung um 10 Euro im zweiten Jahr gäbe es nicht, da der Zinseszins nicht zum Tragen kommt.

Für die Entstehung des Zinseszinses werden also die erhaltenen Zinsen einer Periode immer für die folgende Anlageperiode mitangelegt und verzinst. Da so die Geldanlage durch die wiederangelegten Zinsen steigt, hat dies dann zur Folge, dass auch der Zinsertrag jedes Jahr höher ausfällt. Für den Sparer ist das also ein sehr erfreulicher Nebeneffekt.

Wie wird der Zinseszins berechnet?  

Die Berechnung und Formel

Der Zinseszins lässt sich mathematisch berechnen. Mit folgender Formel kannst du den Zinseszins berechnen:

Endvermögen = Anfangsbestand * (1 + Zinssatz/100) potenziert mit der Anzahl der Jahre

Um das Endvermögen (Endkapital), also das zu Beginn angelegte Kapital plus die erhaltenen Zinserträge, während der Laufzeit zu erhalten, wird der Anfangsbestand (Anfangskapital) als Basis genommen. Daneben wird der Zinssatz durch 100 geteilt und mit 1 addiert sowie danach mit der Anzahl der Jahre potenziert („hoch x“). Das Ergebnis wird dann mit dem Anfangsbestand multipliziert und das Resultat ist das Endvermögen inklusive der Zinseszinsen.

Beispiel:

Das Anfangskapital beträgt 10.000 Euro, die Verzinsung 10 %. Der Zeitraum beträgt 20 Jahre.

Die Rechnung und das Endkapital würden dann wie folgt aussehen:

10.000 Euro *   = 67.275 Euro

Ohne Zinseszins würde die Formel wie folgt lauten:

Endvermögen = Anfangsbestand + (Anfangsbestand * Zins/100) * Laufzeit

Um das Endvermögen ohne Zinseszins zu berechnen wird der Anfangsbestand mit dem Zinssatz multipliziert und das Ergebnis mit der Laufzeit multipliziert. Dieses Ergebnis wiederum wird mit dem Anfangsbestand addiert und man erhält das Endvermögen inklusive der erhaltenen Zinsen.

Rechenbeispiel:

10.000 Euro + (10.000 Euro * 10/100) * 20 = 30.000 Euro

Du siehst also, dass in diesem Beispiel der Unterschied zwischen einer Geldanlage mit Zinseszins und einer mit einfachem Zins insgesamt 37.275 Euro beträgt. 

Durch den Zinseszinseffekt hat sich in diesem Beispiel das Anfangsvermögen also mehr als versechsfacht und ist mehr als doppelt so stark angewachsen wie die Geldanlage ohne Zinseszins. Mit anderen Worten konnte mit Zinseszinseffekt eine Gesamtrendite von knapp 573 % erzielt werden. Ohne Zinseszinseffekt läge die Gesamtrendite bei rund 200 %.

Um Zinseszins zu erzielen eignen sich unter anderem auch Ausschüttungen bzw. Dividenden aus einem Fonds. Wenn zum Beispiel ein Aktienfonds jährliche Erträge an dich ausschüttet, kannst du diese erneut anlegen und dadurch den Zinseszinseffekt für dich nutzen. So wie zum Beispiel auch in einem Sparplan. 

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Was sind die Vorteile und Nachteile beim Zinseszins?

Das sind mögliche Vorteile des Zinseszinses:

  • Das angesparte Vermögen kann sich durch den Zinseszins deutlich schneller vergrößern als bei Geldanlagen ohne Zinseszins.
  • Langfristiger Vermögensaufbau wird durch den Zinseszins einfacher
  • Werden erhaltene Zinsen oder Dividenden wieder mit angelegt, entfällt die Suche nach einer neuen Geldanlage für die Verwendung dieser Erträge.

Die nachfolgende Grafik zeigt anschaulich die Vorteile des Zinseszinses. Nach einiger Zeit beginnt der Zinseszins seine Wirkung zu entfalten und das Kapital vermehrt sich exponentiell. Durch diesen Effekt übertrifft eine Geldanlage mit Zinseszins in diesem Beispiel eine Anlage mit einfachem Zins deutlich.

Das sind mögliche Nachteile beim Zinseszins:

  • Bis der Zinseszins wirklich spürbar anwächst, benötigt es Geduld. Der Anlagezeitraum sollte also entsprechend mehrere Jahre betragen. Denn die Kurve beim Zinseszins verläuft exponentiell.
  • Bei einer niedrig verzinsten Geldanlage kann der Zinseszins kaum zum Tragen kommen. Das kann zum Beispiel bei einem Tagesgeld der Fall sein. Je niedriger der Zinssatz ist, desto länger dauert es bis der Zinseszinseffekt seine Wirkung entfaltet.
  • Der Zinseszins kann auch in entgegengesetzter Richtung wirken. Wer also Schulden hat, bei dem kann sich die Schuldenlast durch den Zinseszins über Jahre deutlich erhöhen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Konto längere Zeit „im Dispo“ ist (also bei einem Dispokredit, der nicht ausgeglichen wird). Auch bei der Inflation kann dieser Effekt zum Tragen kommen. Mehr zum Thema Inflation findest du im nächsten Abschnitt.

Der Zinseszinseffekt und die Auswirkung auf den Vermögensaufbau 

Wie du erfahren hast, kann sich der Zinseszins enorm auf Geldanlagen mit einer langen Laufzeit auswirken. In unserem Rechenbeispiel hat sich das Anfangskapital mehr als versechsfacht. Das wäre ohne Zinseszins nicht möglich gewesen. 

Bei der Altersvorsorge wird in der Regel langfristig Geld angelegt. Somit eignet sich die eigene Altersvorsorge hervorragend, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Wenn du eine Geldanlage nutzt, bei der die Zinsen oder jährlichen Erträge wieder angelegt werden, hast du die Voraussetzung geschaffen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Und das ohne großen Mehraufwand.

Die Inflation beim Vermögensaufbau

Bei Inflation entsteht durch steigende Preise eine Geldentwertung. Wichtig zu wissen ist dabei, dass der Zinseszinseffekt auch bei der Inflation auftreten kann. Das kann dazu führen, dass die Inflation eine exponentielle Geldentwertung im Laufe mehrere Jahre zur Folge hat. Das heißt, vereinfacht ausgedrückt, dass die Geldentwertung über die Jahre viel höher ausfällt als du das zunächst erwarten würdest. Um den realen Wert deines Vermögens also zu erhalten oder zu steigern, muss die Verzinsung ebenfalls exponentiell mit Zinseszinseffekt erfolgen.

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Wie kann ich mit dem Zinseszinseffekt für das Alter Vermögen aufbauen?   

Um bei deiner Altersvorsorge mit Hilfe des Zinseszinseffektes Vermögen aufzubauen, besteht der erste Schritt darin, dich für die geeigneten Anlageprodukte zu entscheiden. Dies können zum Beispiel sein:

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    Fondssparpläne, zum Beispiel mit Aktien 

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    Riester-Produkte

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    Rürup-Produkte

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    Kapitalbildende Lebensversicherung

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Wichtig ist dabei, dass du den Zeithorizont miteinbeziehst. In unserem Beispiel konntest du sehen, dass der Zinseszins große Effekte in einem Zeitraum von 20 Jahren erzielen konnte. Je länger der Zeitraum ist, desto größer kann der Zinseszinseffekt ausfallen. Frühzeitig starten lautet also das Motto.

Daher empfiehlt es sich, einen Zeithorizont von mindestens 15 und mehr Jahren für deine Altersvorsorge zu wählen.

Dadurch hast du sehr gute Chancen deutlich vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Und es zeigt, dass es Sinn machen kann, wenn du dich zusätzlich zu deiner Rentenversicherung frühzeitig aktiv um deine Altersvorsorge kümmerst. Bei einer langfristigen Anlage hast du zudem den Vorteil, dass du beispielsweise Schwankungen am Aktienmarkt ausgleichen kannst bzw. diese nicht so stark ins Gewicht fallen.

Mehr Informationen findest du unter dem folgenden Link: https://prosperity.app/de-de/finanzielle-freiheit/selbst-sparen-statt-rentenversicherung

Wenn du verschiedene Formen der Geldanlagen zur Altersvorsorge nutzt, achte darauf, jeweils auch vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Beim Investment in Fonds kommt der Effekt dann zum Tragen, wenn es sich um thesaurierende Fonds handelt (ausgeschüttete Fondserträge werden direkt im gleichen Fond neu angelegt). Vermögensaufbau in verschiedenen anderen Anlageformen ist ebenfalls sehr sinnvoll, da so das eigene Geld und somit auch das Risiko breiter gestreut werden können. Infos zu den verschiedenen Möglichkeiten haben wir in einem separaten Artikel zusammengestellt. 

Fazit und Ausblick 

Wie du in diesem Artikel erfahren konntest, kann der Zinseszinseffekt einen großen Einfluss auf langfristige Geldanlagen haben. Das kann auch auf die Altersvorsorge eine beträchtliche und stark positive Wirkung haben. Wir haben dargestellt, dass es Geduld und einen langfristigen Anlagehorizont erfordert, damit der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung entfalten kann. Wird dies möglich, hat er einen großen Anteil daran, dein eingesetztes Vermögen als zu vervielfachen.

Gerade in einer langanhaltenden Niedrigzinsphase kann der Zinseszinseffekt enorm wichtig sein, um auf lange Sicht eine positive Rendite erzielen zu können. Wie du erfahren konntest, wirkt der Zinseszinseffekt nämlich auch bei der Inflation. Daher kannst du die Inflation auf lange Sicht nur schlagen, wenn dein Vermögen ebenfalls vom Zinseszins profitiert. Je früher die aktive Vorsorge fürs Alter startet, umso stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. 

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