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Altersarmut vorbeugen – Bist du auf deinen Ruhestand vorbereitet?

|Lesezeit 4 MIN

Wer in der heutigen Zeit die Presse verfolgt, ist mit Sicherheit schon einmal mit dem Begriff Altersarmut in Berührung gekommen. Gerade im Zusammenhang mit einer alternden Bevölkerung, niedrigen Zinsen und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit sinkender Renten taucht der Begriff Altersarmut regelmäßig als mögliche Folgeerscheinung auf. 

Doch was genau hat es mit diesem Begriff auf sich? Und könntest auch du im Alter davon betroffen sein? Wir klären die wichtigsten Fragen und zeigen dir im Folgenden, wie du dich vor einer möglichen Altersarmut schützen kannst.

Altersarmut – Wer ist betroffen?

Zunächst stellt sich die Frage, was genau unter Altersarmut zu verstehen ist. Dafür gibt es verschiedene Definitionen. Stark vereinfacht gesagt, leiden Menschen unter Altersarmut, wenn sie im Rentenalter Defizite bei verschiedenen Merkmalen des Lebensstandards haben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich jemand nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten kann oder es an Dingen wie einem Telefon oder sogar einer Wohnung fehlt. Der zugrunde liegende Maßstab für den Lebensstandard kann von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. In Deutschland liegt das sogenannte soziokulturelle Existenzminimum, also die Grundsicherung, bei 424 € im Monat für Alleinstehende/Alleinerziehende (Jahr 2019).¹ Diese Satzung zuzüglich der Wohnkosten erhält ein Sozialhilfeempfänger nach aktuellem Stand. Wenn ein Mensch im Alter demnach einen ähnlichen Betrag oder sogar weniger nach Abzug seiner Wohnkosten zur Verfügung hat, ist er laut Definition von Altersarmut betroffen.

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Die Wichtigsten Ursachen und Risiken für Altersarmut

Die Gründe für Altersarmut können zahlreich sein. Nachfolgend findest du ein paar Punkte, die zu den häufigsten Ursachen zählen:

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    Niedrige Rente (zum Beispiel durch geringe Beiträge in die Rentenkasse)

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    Fehlendes oder zu geringes Einkommen im Alter

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    Fehlende Zusatzrenten (zum Beispiel Betriebsrente)

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    Krankheit

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    Außergewöhnliche Belastungen (Pflege von Angehörigen, Reparaturen)

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    Schulden

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    Fehlende Ersparnisse

Es kann Gründe für Altersarmut geben, die du sicherlich nicht vorhersehen kannst wie beispielsweise eine Erkrankung. Interessant ist aber auch, dass es Ursachen für Altersarmut gibt, die du durchaus schon frühzeitig beeinflussen kannst. Dazu zählen zum Beispiel das Vermeiden von Schulden oder einer zu geringen Rente. Durch eine frühzeitige Altersvorsorge lassen sich solche Risiken vor der „Karriere“ als Rentner minimieren, sodass du deinen Ruhestand sorgenfrei und selbstbestimmt genießen kannst.

Die gesetzliche Rente – Ausreichend, um Altersarmut zu vermeiden?

Wer nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, hat im Normalfall Anspruch auf die regelmäßige Zahlung einer gesetzlichen Rente. Diese ist im Wesentlichen davon abhängig, wie hoch die monatlichen Beiträge ausfallen, die du über die Zeit deines Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenkasse einzahlst. Dabei werden die Beiträge in sogenannte Entgeltpunkte umgerechnet, diese bilden die Grundlage für die Berechnung des Rentensatzes und bestimmen somit die Höhe deiner späteren Rente. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die sogenannte Rentenlücke, also die Differenz zwischen deinem letzten Netto-Gehalt und deinem errechneten Rentensatz. Ist diese zu hoch, kann dies zu erheblichen Einschnitten bei der Finanzierung deines gewohnten täglichen Lebens führen. 

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Frauen und Altersarmut – Besteht ein erhöhtes Risiko?

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung lag im Jahr 2017 die durchschnittliche Rente bei Frauen bei 705 €.²

Somit haben Frauen unter Umständen ein erhöhtes Risiko, im Rentenalter an Altersarmut zu leiden. Dies lag in der Vergangenheit häufig daran, dass Frauen weniger Beitragszahlungen in die Rentenkasse geleistet haben. Dies wiederum war häufig durch geringere Beschäftigungszeiten (Teilzeit), Zeiten ohne Beschäftigung (zum Beispiel Zeit zur Kindererziehung) oder geringes Einkommen begründet.

Im Vergleich dazu erhielten Männer 2017 eine durchschnittliche Rente in Höhe von 1.191 €.³

Aber auch andere Gruppen wie zum Beispiel Selbstständige können von Altersarmut betroffen sein, da diese während ihres Arbeitslebens unter Umständen wenig bis keine Beiträge in die Rentenkasse einzahlen.

Zudem basiert das deutsche Rentensystem auf einem reinen Umlagesystem. Das heißt, vereinfacht ausgedrückt, Beiträge, die du jetzt zahlst, werden an die heutigen Rentner ausgezahlt. Deine Rente wird dann von der nächsten arbeitenden Generation aufgebracht. So kann für die Zukunft nicht mit einer bestimmten Rente gerechnet werden, da viele Faktoren noch unsicher sind. Insbesondere die Überalterung der Gesellschaft könnte hierbei zum Problem werden: Zahlen immer weniger junge Menschen in die Rentenkasse ein, bei zeitgleich immer mehr Rentnern, so wird es schwierig eine bestimmte Höhe der Rente zu gewährleisten. Bereits im Jahr 2012 erhielten rund 9,7 Millionen Rentner eine gesetzliche Rente von unter 500 €.⁴ Da sich diese Situation in Zukunft tendenziell verschärfen wird, kann davon ausgegangen werden, dass die gesetzliche Rente in vielen Fällen nicht ausreichen wird, um Altersarmut zu vermeiden.

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Was tun gegen Altersarmut?

Es sprechen viele Gründe dafür, dass die gesetzliche Rente in Zukunft möglicherweise nicht ausreichen könnte, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Jedoch ist es kein Hexenwerk, das eigene Risiko deutlich zu senken. Was kannst du also tun, um Altersarmut zu vermeiden? Wichtig ist vor allem, sich frühzeitig Gedanken zu machen und proaktiv zu handeln. Die folgenden Punkte können dir helfen, das Risiko der Altersarmut zu minimieren:

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    Sich aktiv um die private Altersvorsorge kümmern – Durch aktives Sparen und Anlegen kannst du ein finanzielles Polster für das hohe Alter schaffen. Dabei kann dir zum Beispiel ein flexibler Vorsorgeplan helfen.

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    Sich über eine zusätzliche Rente als Altersvorsorge Gedanken machen – Das können in unserem Rentensystem zum Beispiel Betriebs-, Riester- oder Rürup-Renten sein. Je nachdem was am besten zu dir und deinen individuellen Anforderungen passt. Diese zusätzlichen Renten sind häufig staatlich gefördert und teilweise sogar steuerlich begünstigt.

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    Nutzung von weiterer staatlicher Förderung – Du kannst beispielsweise schon in jungen Jahren von Förderungen profitieren, bei denen der Staat deinen Hauskauf oder -bau bezuschusst. Im Alter sparst du dank eigener Immobilie Mietkosten und reduzierst so deine laufenden Ausgaben.

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    Regelmäßige Zahlungen in die Rentenkasse – Die Grundlage für eine ausreichende Rente sind natürlich die regelmäßigen Einzahlungen in die Rentenkasse. Wer früher in Rente geht, also vor der Regelzeit, muss Abschläge bei der Rente in Kauf nehmen. So kann sich aber auch ein Nebenjob lohnen, da zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse fließen, die in der Summe einen Einfluss auf die Höhe deiner zukünftigen Rente haben.

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Und wie ist das mit der Grundrente?

Die Große Koalition der CDU und SPD plant im Jahr 2021 die Einführung der sogenannten Grundrente. Diese soll 10 % über dem regionalen Grundsicherungsbedarf liegen. Dadurch möchte die Bundesregierung versuchen Altersarmut zu vermeiden. Um die Grundrente zu erhalten, muss der potenzielle Rentner mindestens 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen. Wie hoch die Grundrente sein wird, kann pauschal nicht beantwortet werden. Je nach Region sind monatliche Rentenzahlungen von 800 bis 900 € denkbar.

Rentenlücke schließen – So klappt es

Der erste Punkt eines jeden Vorsorgeplans ist zunächst einmal die Identifikation der individuellen Rentenlücke. Diese kann anschließend mit gezielten Maßnahmen aktiv geschlossen und das Risiko von Altersarmut minimiert werden. Mit unserem Rentenrechner erleichtern wir dir den ersten Schritt, hier kannst du ganz einfach deine Rentenlücke berechnen:  Sobald du deine Rentenlücke identifiziert hast, solltest du dir konkrete Gedanken um deine Altersvorsorge machen und das Thema proaktiv angehen. In diesem Artikel hast du bereits Möglichkeiten zur Vermeidung von Altersarmut erfahren. In den folgenden Schritten geht es darum, diese Möglichkeiten zu nutzen und dir eine sorgenfreie Zukunft zu sichern. Möchtest du mehr erfahren? Jetzt informieren!

Rentenlücke berechnen

¹ https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/regelsaetze-lebenshaltung.pdf;jsessionid=4B0BF9D151213B5AF3276D47FF38F871?__blob=publicationFile&v=7 (zuletzt abgerufen am 28.08.2019)

² https://de.statista.com/statistik/daten/studie/445123/umfrage/monatlicher-zahlbetrag-der-altersrenten-in-deutschland-nach-geschlecht/ (zuletzt abgerufen am 28.08.2019)

³ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/445123/umfrage/monatlicher-zahlbetrag-der-altersrenten-in-deutschland-nach-geschlecht/ (zuletzt abgerufen am 05.09.2019)

⁴ https://web.archive.org/web/20130516140809/http://www.rente.com/news/167/6-millionen-rentner-erhielten-2012-nur-500-euro-rente (zuletzt abgerufen am 28.08.2019)

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