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Was sagt mir meine Renteninformation?

|Lesezeit 3 MIN

Renteninformation: Die Grundlage für weitere Planung

Das Berufsleben hat gerade erst begonnen und der Ruhestand ist noch Jahrzehnte entfernt: Besonders für junge Leute ist Altersvorsorge kein attraktives Thema. Sich frühzeitig mit der Altersrente auseinanderzusetzen bedeutet jedoch, später böse Überraschungen zu vermeiden. 

Dabei hilft dir die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch deine Regelaltersrente voraussichtlich ausfallen wird – eine wichtige Basis, um zusätzliche private Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

So unterscheiden sich Renteninformation, Rentenauskunft und Rentenbescheid

Die Renteninformation ist noch keine zwanzig Jahre alt: Seit 2002 verschickt die Deutsche Rentenversicherung sie jedes Frühjahr an ihre Versicherten. Genau genommen an jene, die mindestens 27 Jahre alt sind und schon fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. So lässt sich ungefähr absehen, mit welchen Leistungen du von Seiten des Staats im Alter rechnen kannst.

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Im selben Atemzug wie die Renteninformation werden häufig auch Rentenauskunft und Rentenbescheid genannt. Zwar haben alle drei einen ähnlichen Zweck – dich über die Höhe deiner Rente zu informieren – unterscheiden sich jedoch in ihrer Form, Bedeutung und Verbindlichkeit.

Wie sie sich im Einzelnen voneinander unterscheiden, erfährst du hier:

  • Die Renteninformation informiert dich über deinen aktuellen Rentenanspruch und deine prognostizierte Rentenhöhe. Sie wird jedes Frühjahr automatisch versendet, du kannst sie jedoch auch direkt bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern. 
  • Ab dem 55. Lebensjahr bekommst du statt der Renteninformation alle drei Jahre die Rentenauskunft. Sie ist deutlich ausführlicher und enthält neben deinem kompletten Versicherungsverlauf auch Informationen zur Hinterbliebenenrente und zur Rente wegen Erwerbsminderung.
  • Hast du deinen Rentenantrag gestellt, erhältst du vor Rentenbeginn deinen Rentenbescheid. Im Gegensatz zu Renteninformation und Rentenauskunft sind die Informationen darin verbindlich. Das heißt, die angegebene Rentenhöhe entspricht den Zahlungen, die du zukünftig erwarten kannst.

Worüber gibt die Renteninformation Auskunft? 

Liegt dein Rentenbescheid noch in der (fernen) Zukunft, kannst du deine Renteninformation nutzen, um effektiv deine Altersvorsorge zu planen. Dazu ist es wichtig, dass du die Angaben in der Renteninformation eindeutig zuordnen kannst. Deine Renteninformation gibt Auskunft über:

  • Beitragszeiten: Du erfährst, welche Zeiten deines Lebens in dein Rentenkonto mit eingeflossen sind. Inwiefern sich beispielsweise Arbeitslosigkeit oder Elternzeiten auswirken, erklären wir dir weiter unten.
  • Datum der Regelaltersrente: In der Renteninformation steht auch, wann dein Rentenanspruch in Kraft tritt.
  • Erwerbsminderungsrente: Falls deine Arbeitsfähigkeit durch deine Gesundheit eingeschränkt wird, hast du Anspruch auf den angegebenen Betrag.
  • Regelaltersrente: Als vielleicht wichtigste Zahl in der Renteninformation zeigt dir die „Höhe der künftigen Regelaltersrente“ an, wie hoch deine Altersrente zum aktuellen Zeitpunkt ausfallen würde.
  • Rentenanpassung: Die Rente wird immer wieder angepasst und um wenige Prozent erhöht. Deshalb enthält die Renteninformation auch eine Schätzung darüber, welcher Betrag unter Berücksichtigung der Rentenanpassung auf deinem Rentenbescheid stehen kann.
    Bitte beachte, dass alle drei Geldbeträge auf deiner Renteninformationen Brutto-Angaben sind. Das heißt, du musst davon auch noch Krankenkasse, Steuern und Sozialabgaben zahlen.
  • Zusätzlicher Vorsorgebedarf: In der Renteninformation findet sich auch ein Hinweis auf die Rentenlücke – also den Unterschied zwischen deinem Einkommen und deiner späteren Altersrente. Auch die Inflation – der Kaufkraftverlust von Geld – wird erwähnt. Beides solltest du bei der Wahl deiner privaten Altersvorsorge im Hinterkopf behalten.
  • Grundlagen der Rentenberechnung: Für mehr Transparenz erfährst du hier, wie sich deine Rente berechnet und wie die Rentenformel funktioniert.
  • Rentenbeiträge und Entgeltpunkte: Die Entgeltpunkte geben Auskunft über deine Einzahlungen in die Rentenversicherung und sind somit der wichtigste Teil deiner Rentenrechnung. Du sammelst sie dein ganzes Arbeitsleben lang abhängig von deinem Gehalt. Entspricht dieses genau dem aktuellen Durchschnittsgehalt, bekommst du einen Entgeltpunkt (bei besserem Verdienst mehr, bei schlechterem weniger). Anhand deiner Entgeltpunkte der letzten fünf Jahre wird dein voraussichtlicher Rentenanspruch geschätzt. 
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Entgeltpunkte: Diese Zeiträume werden in der Renteninformation angerechnet

Auch in den Zeiten, in denen du nicht berufstätig warst, sammelst du Entgeltpunkte: 

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    Mütterrente: Für die Elternzeit bekommst du pro Kind 2,5 (vor 1992 geboren) beziehungsweise 3 (nach 1992 geboren) Entgeltpunkte angerechnet.¹

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    Ausbildungszeiten: Eine Berufsausbildung gilt als beitragsgeminderte Zeit und wird deshalb so bezuschusst, dass deine Entgeltpunkte (maximal) 75 % des gesamtdeutschen Durchschnittsgehalts widerspiegeln.²

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    Wehrdienst und Zivildienst: Auch hier gibt es Punkte – je nach Zeitpunkt deines Dienstes  zwischen 0,75 bis 1 Entgeltpunkte.³

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    Arbeitslosigkeit: Beziehst du Arbeitslosengeld I zahlt die Bundesagentur für Arbeit deine Rentenbeiträge, sodass du auch in Zeiten ohne Job abgesichert bist. Als Bemessungsgrundlage werden dabei 80 Prozent deines vorherigen Bruttogehalts genommen.⁴ Anders sieht es bei Arbeitslosengeld II aus: Seit dem 1. Januar 2011 zahlt das Jobcenter bei Bezug von Hartz 4 keine Beiträge mehr. Trotzdem wird die Zeit der Arbeitslosigkeit auf die Rente angerechnet, beispielsweise um die Wartezeit von 35 Jahren zu erfüllen.⁵

Die in diesen Zeiträumen gesammelten Entgeltpunkte beziehungsweise die dementsprechenden Zahlungsbeträge werden ebenfalls in der Renteninformation aufgelistet. 

Das solltest du bei deiner Renteninformation beachten

Wenn du deine Renteninformation bekommst, wirst du vermutlich schnell feststellen: Deine Rente ist deutlich niedriger als das Gehalt, das du dir für die Zeit vor dem Renteneintritt wünschst. Der Grund dafür ist, dass immer weniger junge Erwerbstätige für immer mehr Rentner und Rentnerinnen Beiträge zahlen müssen. Die so entstehende Rentenlücke (auch Versorgungslücke genannt) kannst du jedoch durch private Altersvorsorge effektiv schließen.

Damit du beim Erhalt deines Rentenbescheids keine negative Überraschung erlebst, sind die geschätzten Beträge der Renteninformation mit Vorsicht zu genießen. Für zusätzliche Sicherheit kannst bei der Deutschen Rentenversicherung deinen Versicherungsverlauf anfordern – ganz unkompliziert online. Du bekommst dann zur sogenannten Kontenklärung eine ausführliche Rentenauskunft. Mit dieser kannst du auch prüfen, ob alle relevanten Beitragszeiten in deinem Rentenkonto erfasst wurden.

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Welche Möglichkeiten habe ich den Renteneintritt vorzuziehen oder zu verschieben?

Das Renteneintrittsalter hängt vom Geburtsjahrgang ab. Demnach gilt für alle nach 1964 geborenen die reguläre Rente mit 67 Jahren.⁶ Alle Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren wurden und früher in die Rente eintreten möchten, müssen pro Jahr Abschläge auf ihre Rentenzahlung in Kauf nehmen. Der vorzeitige Renteneintritt geht mit Abschlägen von 0,3% pro Monat einher.⁷

Wer seine Rente hingegen später in Anspruch nimmt, kann mit Zuschlägen von 0,5% pro Monat rechnen. Außerdem werden zusätzliche Entgeltpunkte angerechnet, da länger in die Rentenkasse eingezahlt wird.⁸

Die Rentenlücke schließen anhand der Renteninformation

Wenn du deine Renteninformation bekommst, wirst du vermutlich schnell feststellen: Deine Rente ist deutlich niedriger als das Gehalt, das du dir für die Zeit vor dem Renteneintritt wünschst. Der Grund dafür ist, dass immer weniger junge Erwerbstätige für immer mehr Rentner und Rentnerinnen Beiträge zahlen müssen. Die so entstehende Rentenlücke (auch Versorgungslücke genannt) kannst du jedoch durch private Altersvorsorge effektiv schließen.

Um deinen finanziellen Vorstellungen zu entsprechen, ist allerdings die Wahl der Vorsorgeform ausschlaggebend: Galten Sparpläne und Lebensversicherungen lange als zuverlässig und sicher, sind sie wegen der heutigen Niedrigzinsen in den meisten Fällen keine ökonomisch sinnvolle Option mehr. Stattdessen erfreuen sich Investitionen bei den sonst als anlagescheu geltenden Deutschen zunehmender Beliebtheit. Neben Investitionen in Aktien oder Immobilien bieten sich vor allem fondsgebundene Rentenversicherungen an. Sie verbinden die finanziellen Erfolgschancen von Fonds mit der Sicherheit einer Rentenversicherung. Am besten informierst du dich schon jetzt über Finanzprodukte, die zu deiner Altersplanung passen!

¹ https://www.vdk.de/deutschland/pages/rente/74612/muetterrente_rente_kinder_anspruch

² https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Azubis-Studierende-und-Berufseinsteiger/Azubis/azubis_node.html

³ https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/256.html

⁴ https://sozialversicherung-kompetent.de/rentenversicherung/leistungsrecht/794-rentenberechnung-entgeltpunkte-beitragszeiten.html

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